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- Anders als erwartet
Lustig war die Debatte zwischen Biden und Palin nicht. Beide verhielten sich zivilisiert, höflicht und gar nicht ihrem Ruf entsprechend. Palin machte keine dummen Fehler, und Biden hielt sich mit Korrekturen zurück.
Über die Familie und Freunde von Palin - den Maßstab alles Guten und Gerechten - hörte man zu viel, und Palin redete wie eine fürsorgliche Kindergärtnerin auf ein höriges Völkchen ein.
Das geschah jedoch nicht im erwarteten, mit hinterwäldlerischem Unwissen oder schlacksigen Slogans gespickten Stil, sondern in einer fast eleganten, scharfen Debatte. Manche halten sie sogar für besser als die Debatte in der vergangenen Woche zwischen Obama und McCain. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Lachparade oder Ernüchterung?
Am Tage waren alle Augen auf Washington gerichtet. Würde der Kongress etwas Konkretes tun, um die Wirtschaftskrise zu beheben? Noch hat sich das Haus nicht dem Senat angeschlossen. Zweifel gibt es insbesondere, weil der Senat mehr Zuckerbrot in das Gesetz gepackt hat, um die Abgeordneten zu animieren, das Gesetz anzunehmen. Das Zuckerbrot kostet weitere $150 Milliarden, heißt es.
Erleichterung, wenn nicht gar Belustigung wird heute abend erwartet. Wie werden sich Gouverneurin Palin und Senator Biden schlagen? Palin gilt als Underdog. Mit ihrer Kratzbürstigkeit kann sie überraschen, selbst wenn sie in der Sache schief liegt.
Biden ist seit Jahrzehnten als guter Redner bekannt, der manchmal jedoch zu sorglos - oder einfach nicht sorgfältig - Argumente präsentiert, die nicht ganz stimmen, obwohl niemand bestreitet, dass er weiß, wovon er spricht. Er spricht oft schneller als er denkt und beißt sich dann auf Zunge.
Die Debatte zwischen den beiden schlagfertigen Politikern wird mit Vergnügen als Ablenkung vom Tagesgeschehen erwartet. Wie sie ausgehen wird, steht in den Sternen. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Alle stehen im Regen
Vielen Regen in Washington. Schon seit dem vergangenen Wochenende. Banken und Unternehmen stehen auch im Regen, weil sie sich vom Kongress im Stich gelassen fühlen. Ohne Kredite können Firmen nicht kaufen und verkaufen und Kunden keine Kunden werden.
Bisher wurde dem Kongress aus dem Lande zugerufen, dass er nicht auf Kosten der Steuerzahler den Protzern an der Wall Street aus der Patsche helfen soll.
Mittlerweile mehren sich die Stimmen der Unternehmen, die Entlassungen ankündigen, weil ohne Darlehen keine Gehälter gezahlt oder Waren eingekauft werden können. Der Autohersteller GM, heißt es, müsse nun Gewinne machen, um das Unternehmen am Leben erhalten zu können.
Das erinnert ja fast an kapitalistische Grundsätze; wie interessant! Gewinne für's Unternehmen statt Boni für einige wenige CEOs - ob der Kongress das erst gesetzlich festschreiben muss, damit sich jemand daran hält? Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Sparen: Impeach
Da der Kongress keine $700 Milliarden ausgeben will, um ein Loch zu stopfen, und Wall Street anscheinend allein mit Hoffnungen ganz gut fährt, wie der heutige Sprung von fast 500 Punkten beweist, und da das Loch von $700 Milliarden gar nicht ausgemessen wurde, sondern hypothetischer Natur ist, darf man auch out of the Box nachdenken:
Impeach Bush wegen mangelhafter Anwendung der Schutzvorschriften, die zur Krise geführt hat. Nicht jedes Problem muss mit einem neuen Gesetz gelöst werden. Zudem ist ein Impeachment viel billiger. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Bailout-Gesetz wieder weg, wieder da
Das Bailout-Gesetz vom Donnerstag verschwand wieder, weil man sich doch nicht so einig war, wie Kongress und Weißes Haus es zunächst ankündigten. Passiert heute dasselbe? Die Struktur des Rettungsplans erschien heute nachmittag.
Um vier Uhr hatte der Radiosender WTOP einen Gesetzesentwurf auf seiner Webseite. Dann verschwand er wieder, weil er unausgeoren war. Politico hielt sich ganz zurück, und The Hill auch.
Nachtrag: Wieder da
Und jetzt erscheint er als Discussion Draft mit 106 Seiten, die in der Hauptstadt nun gelesen werden. Mancher wird sich ärgern, dass die Politiker bis zum Football-Spiel der Washington Redskins mit den verhassten Dallas Cowboys gewartet haben. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Party in Washington
Die republikanische und die demokratische Partei rauften sich in den Nacht zusammen, um dem Finanzsektor aus der Patsche zu helfen. Heute morgen berichteten ihre Sprecher in den Politikprogrammen der Fernsehsender, dass der Entwurf um 12 Uhr veröffentlicht würde, doch ist er weder im Senat noch im Weißen Haus auf der jeweiligen Webseite zu lesen. WTOP berichtet, dass Kompromisse gefunden wurden. Einige Risiken sollen nur versichert, nicht vom Steuerzahler übernommen werden. Damit soll die Versozialisierung des Kapitalismus verhindert werden.
Währenddessen feiert das spanischsparachige Washington sein jährliches Fest zwei Kilomater nördlich des Weißen Hauses. Wegen der Fiesta D. C. ist die Mt. Pleasant Street geschlossen. Chinesisch wird auf der H Street, NW das Chinese Cultural Festival mit einer Parade gefeiert. Gestern war die halbe Stadt wegen eines Radrennens gesperrt.
Zum Glück gibt es die Metro, auch wenn viele die U-Bahnverwaltung wegen einer zunehmenden Anfälligkeit für technische Probleme und daraus resultierender Verzögerungen kritisieren.
Nachtrag: Der etwas dünne Rettungsplan ist nun unter dem Titel Draft Proposal on Financial Rescue Legislation bei der Washington Post veröffentlicht. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Feiertage forcieren Rettungsplan
Einige Gläubige im Kongress dürfen in der nächsten Woche nicht arbeiten, daher muss das Repräsentantenhaus mit dem Senat und dem Weißen Haus, dieses vor allem vertreten vom Finanzministerium, einen Konsens bis Sonntagnacht erarbeiten, der die Rettung der Finanzsektoren ermöglicht. Der Senatsversitzende Harry Reid kündigte bereits an, dass die wesentliche Grundsätze des Rettungsplans abgestimmt sind. Nur in wenigen Punkten gibt es noch Uneinigkeit.
Mittlerweise wird der erwartete Pakt dem Volk als Paket zur Rettung kleiner örtlicher Banken und Sparkassen verkauft. Der Protest der Wählerschaft gegen Geld für Missetäter, die sich verkalkulierten, löst die neue Sprachregelung aus. Das Ergebnis muss dasselbe bleiben, denn die Großspekulanten sind gefährdet und doch seit 100 Jahre wichtige Institutionen im Gesamtgefüge der Wirtschaft.
Dass der Kongress seine Aufgaben wegen einer Minderheitsreligion suspendiert, führt zu unfreundlichen Worten gegen Juden. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Washington doch ein Thema
Nachdem der Wahlkampf von jedem Kandidaten verlangte, Washington als politischem Sündenpfuhl abzuschwören, kommt Washington heute abend in der Debatte zwischen den Senatoren McCain und Obama gleich zur Sprache. McCain preist das Zusammenraufen der Parteien in Washington, um eine Lösung für die von ihm schon lang erahnte Krise zu erarbeiten, und erinnert an Präsident Eisenhower. Wie er wird er Missetäter zur Verantwortung ziehen.
Obama bezeichnet die Krise als Beleg für die fehlerhafte Politik, Gesetze und Verordnungen zu missachten oder durch Republikaner zu schreddern. McCain schiebt die Schuld auf Ministerien und glaubt an die Fähigkeit Amerikas, eine große Zukunft zu verwirklichen.
Obama spricht die $300 Milliarden an, die McCain den Reichen zu schenken verspricht und verteidigt $18 Milliarden, die aus dem Kongress an örtliche Projekte vermittelt werden. Diesen Betrag greift McCain als außer Kontrolle geratenes Unwesen an, das er über Lobbyisten und korrupte Politiker aus dem Bundeshaushalt abfließen sieht.
McCain greift nach Irland als Beispiel für erfolgreiche Steuerminderungen. Irland ist in Amerika beliebt und Amerikaner mit irischer Herkunft stellen eine bedeutende Wählergruppe dar. Obama kontert, dass er Steuersenkungen für 95% aller Amerikaner beabsichtigt, nicht wie McCain nur für die Allerreichsten.
Nach einer halben Stunde kommen die Senatoren auf die Finanzkrise zu sprechen. Wie sie sich auf seine Pläne auswirkt, ist gegenwärtig unklar, erklärt Obama, und spricht dann die Prioritäten an: Vom Gesundheitswesen bis zur NASA reichen sie. Existierende Programme müssen auf ihre Wirksamkeit geprüft und notfalls gestrichen werden. McCain spricht das Beschaffungswesen an und verspricht, Verschwendung und Kosten einzudämmen. Obama konzidiert, dass Komponenten seiner Idealvorstellungen gestrichen werden müssen, wenn die Finanzkrise zuviel Geld verschlingt.
McCain spricht voller Stolz von seiner Arbeit für den Klimaschutz, auf den er auch nicht verzichten würde, wenn der Bundeshaushalt der USA zusammengestrichen wird. Obama meint, dass die Rezessionsrettungslösung den Haushalt erheblich einschränken wird. Auf lange Sicht ist mit Besserung zu rechnen. McCain wirft Obama vor, die Ausgaben steigern zu wollen und den amerikanischen Familien das Recht nehmen zu wollen, über ihre Gesundheitsversorgung zu entscheiden, indem diese für viel Geld dem Staat übertragen wird.
Für die Bush-Politik will McCain nicht verantwortlich sein, obwohl Obama ihn erinnert, dass McCain acht Haushalte von Bush genehmigte. McCain ruft das Bild des widerborstigen Maverick hervor, neben das er Sarah Palin stellt.
Auch beim Irakkrieg zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Kandidaten. Obama stellt McCain neben Bush, der lediglich eine Stärkung von AlQaida verwirklichte. Amerika muss sein Militär weise einsetzen, nicht als Zeichen von Stärke ohne konkrete, realisierbare Ziele. McCain wirft Obama vor, 900 Tage lang nicht im Irak mit General Petraeus gesprochen zu haben. Obama kontert, dass der Krieg bereits jahrelang lief, als er in den Senat gewählt wurde. McCain behauptet, dass Obama den Unterschied zwischen Strategie und Taktik nicht begreife. Amerika gewinne im Irak, und Obama wolle das nicht sehen.
Obama spricht sich für eine Übergabe des Iraks an das irakische Volk aus, demit der Terror endlich an der Wurzel bekämpft werden kann. Er ist für mehr Truppen, zwei Brigaden, in Afghanistan, die bald dort eingesetzt werden sollten. Amerika hat viermal soviel Truppen im Irak, wo der Terror nicht begann.
McCain war in Wasiristan und weiß, dass Obama nicht öffentlich Angriffe auf pakistanischem Boden ankündigen darf. Vielmehr muss eine Strategie verfolgt werden, die Erfolg verspricht, und die kann man nicht ausplaudern. Obama erinnert McCain an seine Sprüche, Nordkorea und Irak zu bombardieren.
McCain spricht die Entscheidung Ronald Reagans an, im Libanon einzugreifen, und bedauert, dass amerikanische Soldaten ihr Leben verloren, weil Reagan nicht auf ihn hörte. Hingegen ist er stolz auf den Erfolg im Balkan, den er unterstützte. Nun will er sich an ein Versprechen halten, dass er der Mutter eines in Bagdad erschossenen Soldaten gab: Der Krieg im Irak und sein Opfer sollen nicht vergebens gewesen sein. Obama hingegen versprach einer Mutter, dass niemand wie ihr Sohn unnütz sterben soll. Kriegsentscheidungen müssen ernsthaft abgewogen werden.
Der Iran darf keine Nuklearwaffen erhalten, sagt McCain, denn sie würden Israel gefährden. Die USA müssen mit Deutschland, Frankreich und anderen zusammenarbeiten, um den Iran in seine Schranken zu verweisen. Obama erklärt, dass der iranische Einfluss mit dem Irakkrieg stieg und die Kriegspolitik von McCain versagt hat. Statt einer Isolierung des Irans müssen diplomatische Wege beschritten werden. Das bedeutet nicht, dass man Ahmedinedjad bedingungslos zum Tee einlädt. McCain hingegen würde nicht einmal den Präsidenten von Spanien einladen.
Zu Georgien befragt, erklärt Obama, dass die Russen nicht wie eine Diktatur des vergangenen Jahrtausends agieren dürfen. Amerika muss mit den Russen an der Nuklearfrage arbeiten, damit russische Waffen nicht in die Hände von Terroristen fallen. McCain bezichtigt Obama der Naivität und bezeichnet Russland als einen KGB mit Öl. Obama spricht dann von der Notwendigkeit, erneuerbare Energiequellen zu forcieren, um die Abhängigkeit von Öldiktatoren zu vermindern.
Zu direkten Angriffen auf Amerika befragt, beglückwünscht sich McCain und sieht Amerika als sicherer an. Obama weist auf die Gefahr des Terrors hin, der in 60 Staaten seinen festen Sitz bezogen hat. Amerika muss sich um Afghanistan kümmern, aber auch den Respekt wiederherstellen, den Amerika vor dem Irakkrieg in weiten Teilen der Welt genossen hatte. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA - Sorge um Pakt und Paket
Während sich Wall Street um einen Pakt zwischen Weißem Haus und Kongress sorgt, der Geld flüssig macht, sorgen sich Studenten an der George Washington University in der Nähe des Weißen Hauses um ihr Leben. Ein verdächtiges Paket löste die Räumung einiger Gebäude und polizeiliche Untersuchungen aus. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA
- Blase platzt wieder
Die Wall Street prallt wieder auf Washington. Nur merkt sie es heute zu spät. Naiv glaubt sie eine Erklärung, Washington würde ihr Geld nachwerfen. Und schon sind die Spekulanten am Ball, wollen daran verdienen und treiben den Dow Jones hoch.
Nur weil sie Politikern Wahlen finanzieren, bedeutet das noch längst nicht, dass sie Washington verstehen. Wenn einige Politiker eine Erklärung über ein erzieltes Ergebnis abgeben, bedeutet das längst nicht, dass Washington entschieden hat. In Washington will jeder mitmischen, der eine Ansicht oder ein paar erregte Wähler hat. Erst recht bei einem Rettungsplan, der 700 Milliarden Dollar kosten soll.
Wenn der Präsident und ein paar bedeutende Hanseln etwas ankündigen, melden sich alle zu Wort, die ein Wörtchen mitzureden haben - heute zufällig nach dem Börsenschluss -, und bringen die Blase zum Platzen.
Deshalb sprach Bush gestern abend in weiser Voraussicht von financial Panic. Quelle: Hauptstadt :: Washington USA