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Die politischen Processe wurden im Jahre 1851 meist zu Ende geführt und hatten zahlreiche Verurtheilungen zu schweren Freiheitsstrafen zur Folge. Die […] Mehr lesen

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Die Prophezeiung des Nebelbergs.

Die Stille vor dem Wind ist nie lautlos

Der Nebelberg tauchte am Horizont auf, ohne Geräusch und ohne Farbe. Nur die Schatten unter seinen Rändern bewegten sich, als wären sie lebendig. In meinem Rucksack knisterten zerknickte Karten und ein Notizbuch mit einer Prophezeiung, die mir niemand erklären konnte. Die Sonne hing tief über dem Tal, ihr Licht traf den Hang schräg und ließ das Geröll dort oben schimmern wie Zähne unter altem Fleisch. Unser Lager bestand aus drei Zelten, die im Wind flatterten wie Tierhäute. Niemand sprach viel in dieser Nacht. Nur Lena fragte beim Essen, ob die Zeitvorgabe in der Legende wörtlich zu nehmen sei. Keiner antwortete ihr. Stattdessen lauschten wir dem Rascheln im Unterholz und den Lauten, die der Wind nicht tragen wollte.

Tagebuchseite mit einem Fleck aus geschmolzenem Eis

Tag 1. Der Pfad ist älter als die Bäume, die ihn säumen. Im Moos kleben die Spuren anderer, manche tief, manche flach und krumm. Der Nebel steigt zwischen den Felsen auf, warm trotz der Höhe, wie Atem aus einem Rachen. Meine Stiefel sind feucht, obwohl es nicht geregnet hat. Heute früh lag ein totes Insekt auf meinem Schlafsack. Die Flügel durchsichtig, der Kopf zu groß für den Körper. Es war noch warm. Lena spricht weniger als gestern. Ramon trägt einen Stein in seiner Tasche, der leuchtet, wenn er nervös wird. Niemand fragt, warum. Wir gehen weiter, schweigend. Ich habe die Seite umgeblättert, aber der Fleck von vorhin ist durchgedrungen. Vielleicht war es Schnee, vielleicht war es Salz. Vielleicht war es etwas, das aus dem Papier zurückschaut.

Wenn selbst das Knirschen des Gesteins verschwindet

Der Nebel verdichtete sich bis auf Hauthöhe. Die Geräusche verschwanden, selbst das Knirschen unter den Sohlen klang dumpf wie durch Stoff gedämpft. Ramon blieb stehen und tippte mit dem Stock gegen den Fels. Kein Echo. Wir umrundeten eine Spalte, deren Tiefe sich nicht abschätzen ließ. Der Rand bröckelte unter meinen Fingerspitzen. Juri deutete nach vorne, obwohl niemand etwas sah. Ich hielt den Kompass unter meine Jacke, aber die Nadel zitterte noch immer. Irgendwo hinter uns löste sich Geröll, niemand drehte sich um. Unser Zeitgefühl dehnte sich. Ich fragte mich, ob dieser Moment noch zum ersten oder schon zum zweiten Tag gehörte. Im Lager sprach Lena schließlich ein Wort. Sie sagte Schatz und ließ es in der Stille stehen wie eine Kerze im Sturm.

Ein steinernes Auge beobachtet jede Bewegung im Nebel

Am dritten Morgen lag ein kreisrunder Felsen mitten im Weg, den wir am Vortag noch nicht gesehen hatten. In seinem Zentrum klaffte ein Loch, glatt geschliffen, und darum eingeschnitzt: spiralförmige Linien, die sich beim Hinsehen zu bewegen schienen. Juri berührte sie mit der Kante seines Messers, sofort färbte sich das Metall dunkel. Niemand sprach es laut aus, aber wir alle hatten dieselbe Erinnerung, als hätte jemand das Bild in uns gelegt: eine runde Kammer unter dem Berg, deren Wände sich drehten, wenn man den falschen Schritt tat. Ich setzte mich kurz neben den Stein und schloss die Augen. Etwas summte in der Tiefe. Es war keine Maschine. Es war älter als der Stein selbst.

Tagebuchnotiz mit gefrorenen Rändern und einer Linie aus Gold

Tag 4. Der Schnee kam schnell. Keine Wolke hatte ihn angekündigt. Die Flocken waren zu groß, zu warm, zu leise. Sie legten sich auf alles, ohne Kälte zu bringen, doch in den Spuren hinterließen sie Schimmer, als wäre Goldstaub darin eingeschlossen. Lena starrte eine dieser Linien minutenlang an, bis sie sich leicht nach vorn beugte und sagte, sie hätte Worte gesehen. Die Buchstaben waren nicht unsere, aber sie wirkten vertraut. Ramon legte seinen Stein daneben, und für einen Moment flackerte die Luft über dem Text. Ich schrieb die Form in mein Notizbuch, sie erinnerte an eine Rune, die für Zeit stand. Ich glaube, der Berg hat begonnen, mit uns zu sprechen. Oder jemand hat ihn dazu gemacht.

Ein Abdruck zu groß für jedes bekannte Tier

Am Hang südlich der ersten Felswand fanden wir einen Abdruck. Vier Zehen, langgezogen, mit Krallen aus abgeschliffenem Stein. In der Mitte eine Vertiefung, in der sich Tau gesammelt hatte, obwohl es noch nicht Morgen war. Lena legte ihre Hand daneben, sie war kleiner als eine der Zehen. Ramon wollte ihn mit einem Tuch abdecken, doch der Stoff wurde binnen Sekunden schwarz. Niemand berührte die Stelle noch einmal. Ich sah auf den Pfad hinter uns und fand dort die Spuren von uns fünf. Doch beim Zurückzählen fehlte etwas. Jemand hatte sich nicht eingetragen in diesen Weg. Oder war es ein weiterer Schritt, der zu unserer Gruppe gehörte, bevor wir ihn bemerkten. Ich nahm ein Foto auf, doch auf dem Bild war der Abdruck nicht zu sehen. Nur unsere Gesichter, verschwommen durch einen Schleier, den niemand gespürt hatte.

Der Eingang atmet noch obwohl niemand darin lebt

Wir erreichten den Tempel am späten Nachmittag des fünften Tages. Die Nebeldecke riss auf, der Himmel zeigte kein Blau, sondern ein fahles Leuchten, als würde jemand Licht durch einen Knochen filtern. Der Tempel war nicht gebaut worden. Er war gewachsen. Aus dem Stein heraus, in Schichten wie Baumringe, jede mit Zeichen, die älter wirkten als Schrift. Die Tür bestand aus zwei gewölbten Platten, glatt und kalt, und in ihrer Mitte prangte ein Symbol, das sich zu verändern schien. Lena berührte es mit bloßer Hand. Ihre Haut wurde blass, ihre Augen glasig. Dann sprach sie eine Silbe, die keinem unserer Wörter gehörte. Die Tür öffnete sich ohne Geräusch. Der Tempel roch nicht nach Staub, sondern nach Metall, das in feuchter Erde geruht hatte. Und irgendwo tief drinnen hallte ein pochender Laut, der weder Herz noch Uhr war.

Tagebuchseite mit einem Riss durch den Namen Ramon

Tag 5. Wir verloren ihn. Ramon war zuletzt zu sehen, als wir in die zweite Halle traten, zwischen den Säulen, die sich nach oben verjüngten, als wollten sie davonfliegen. Ich hörte seinen Schritt hinter mir, aber als ich mich umdrehte, war da nur Leere. Die Luft stand still. Wir riefen, doch unsere Stimmen wurden vom Stein gefressen. In seinem Rucksack war das Artefakt mit dem leuchtenden Stein. Ich hatte es morgens in seiner Hand gesehen, als hätte er darin etwas gehört. Ich schrieb seinen Namen in mein Buch. Der Stift stockte. Die Tinte zerfloss. Jetzt steht nur R. auf der Seite, und darunter ein Riss, der nicht von mir stammt. Wir beschlossen, weiterzugehen. Der Schatz war zu nah, die Zeit zu knapp. Ich habe heute das erste Mal gezweifelt, ob wir je zurückkehren.

Eine Tür ohne Schloss verlangt eine andere Art von Schlüssel

Die Kammer lag tief unter dem innersten Raum, hinter einem Gang, der sich nur bei Nebel öffnen ließ. Wir mussten warten. Drei Stunden standen wir in der Dunkelheit und hörten dem Atmen des Tempels zu. Dann flackerte der Boden, und die Wand gab nach. Die Tür bestand aus einer Fläche aus poliertem Obsidian. Keine Klinke. Keine Spalte. Nur ein Kreis aus leuchtenden Punkten, die sich langsam drehten. Lena setzte sich davor, faltete die Hände und begann zu summen. Die Melodie war uns fremd. Ich spürte etwas in meinem Zahnfleisch vibrieren. Die Punkte reagierten. Jeder Ton aktivierte ein Licht. Doch als ich die Melodie wiederholen wollte, schloss sich der Kreis. Wir hatten nur einen Versuch. Und die Stimme, die aus dem Stein zu kommen schien, sagte einen Satz, den ich bis heute nicht verstehe. Aber ich weiß, dass er sich nicht an uns richtete.

Der Schatz liegt nicht im Stein sondern im Klang des Verlusts

Die Tür öffnete sich nicht. Sie verging. Erst als Lena ihre Hände auf den Boden legte und wir alle gleichzeitig ausatmeten, wie abgesprochen, löste sich die Wand auf wie Rauch. Die Kammer dahinter war nicht leer und nicht voll. In der Mitte schwebte ein Objekt, das nicht beschrieben werden kann. Es erinnerte an ein Buch, bestand aber aus Linien, die sich ständig neu formten. Keine Schrift blieb gleich, keine Farbe kehrte zurück. Doch in diesem fließenden Ding waren Erinnerungen. Ich sah meine Schwester als Kind, obwohl ich nie ein Foto von ihr besessen hatte. Lena sah ein Tier, das sie nur aus Träumen kannte. Wir traten nicht näher. Die Luft war zu dicht, zu aufgeladen. Die Kammer begann zu summen. Wir standen still. Und begriffen, dass der Schatz nicht zum Mitnehmen gedacht war.

Letzter Eintrag mit Flecken aus Regen und nicht erklärter Tinte

Tag 7. Wir verließen den Tempel bei Morgengrauen. Es hatte nicht geschneit, aber unsere Kleidung war nass. Die Sonne hing tief, rührte aber nichts. Juri sprach nicht mehr, seit wir den Raum verlassen hatten. Lena trug das Artefakt nicht, aber ihre Schritte hatten Gewicht. Ich trug mein Tagebuch unter der Jacke. Es war trocken geblieben, bis heute. Jetzt lösen sich Seiten ab, obwohl kein Wasser sie berührt. Ich versuche, die Zeichen vom Vortag zu rekonstruieren, aber sie weichen mir aus. Vielleicht war Ramon nie Teil der Gruppe. Vielleicht war er der Schlüssel gewesen. Vielleicht hat der Tempel nur genommen, was wir nicht zu halten vermochten. Wir steigen ab. Ich sehe den Horizont, doch ich glaube, die Welt da unten wird uns nicht mehr erkennen.

Der Nebel lichtet sich aber die Welt sieht uns anders an

Das Tal lag da wie immer. Die Pfade, die Wälder, die Wasserstellen. Nichts hatte sich verändert. Und doch war es anders. Die Geräusche kamen nicht zurück, sondern mussten einzeln gefunden werden. Das Knacken eines Astes, das Summen einer Fliege, das Tropfen auf einem Blatt – sie fühlten sich fremd an. Als würden wir sie stören. Lena blieb zurück, irgendwo oberhalb der letzten Kante. Sie sagte nichts. Nur der Wind nahm ihren Namen mit. Juri lächelte ein letztes Mal, dann ging er in eine andere Richtung. Ich schrieb diese Worte auf, mit zitternder Hand. Nicht wegen der Kälte. Sondern weil ich weiß, dass niemand verstehen wird, was wir gesehen haben. Vielleicht ist das der Schatz. Nicht das Ding. Sondern das Wissen, dass es ihn gibt.

Nachschrift unter einem Fingerabdruck aus schwarzem Staub

Ich kehrte zurück in meine Stadt. Die Lichter flackerten wie immer, das Wasser roch nach Chlor, die Menschen sagten dieselben Dinge. Aber wenn ich schlafe, höre ich das Summen. Nicht laut. Nie störend. Nur erinnernd. Ich sehe Ramon manchmal in den Spiegeln in der U-Bahn. Er blickt mich nicht an. Ich glaube, er ist weitergezogen. Vielleicht ist der Nebelberg nicht der Ort, sondern das, was passiert, wenn man die Zeit zu lange ansieht. Mein Tagebuch liegt jetzt in einer Schachtel. Es atmet nicht mehr. Aber manchmal ist die Tinte noch warm. Und dann weiß ich, dass es noch offen ist.


Mit einem erleichterten Lächeln und den besten Wünschen aus der frostigen Umarmung des Nebelbergs,
Ihr Überlebender des Sturms und Schatzsucher über den Wolken.

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*Der geneigte Leser möge uns nachsehen, dass wir an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, welche Orte, Namen und Landschaften im Laufe von mehr als hundert Jahren verschwanden, verwandelt oder umbenannt wurden. Kriege haben ihre Schatten geworfen, Gesellschaften sich mehrfach neu erfunden, und selbst die Sprache hat ihr Gewand gewechselt. Was heute ein Pfad ist, war einst vielleicht ein Flussbett. Was gestern noch gesprochen wurde, kennt heute kein Mund mehr. Doch wer zwischen den Zeilen liest, findet vielleicht mehr Wahrheiten, als die Karten zeigen können

Quellenangaben:
Inspiriert von der atemberaubenden Aussicht vom Gipfel des Winterbergs.
Aussicht vom Gipfel des Winterbergs
Meyers Konversations-Lexikon, 3. Auflage 1874–1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Jacob Grimms Allgemeiner Mythologie
alten Sagen über Berggeister
für einem Hauch archaischer Weltwahrnehmung.

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Dresdener Conferenzen

Die politischen Processe wurden im Jahre 1851 meist zu Ende geführt und hatten zahlreiche Verurtheilungen zu schweren Freiheitsstrafen zur Folge. Die finanziellen Verhältnisse des Staates erwiesen sich im Jahre 1851 trotz den Nachwehen der Revolution, der starken Truppenvermehrung und dem Bau und Ankauf von Eisenbahnen (auch der Sächsisch-Schlesischen) nicht ungünstig, so daß gegen Ende des Jahres sogar einige der ausgeschriebenen Abgaben nachgelassen werden konnten. Sachsen betheiligte sich an der Bamberger Conferenz, während der König persönlich eine Verständigung mit den Regenten von Österreich und Preußen in der Zusammenkunft zu Tetschen am 8. Juni suchte, die auch so vollständig erreicht schien, daß die Regierung dem Septembervertrage mit den übrigen Coalirten am 24. Juli zustimmte in Deutschland. Am 1. August 1854 verließ König Friedrich August II. seine Residenz, um eine seiner üblichen Erholungsreisen nach Tyrol anzutreten, fand aber dort durch den Umsturz des Wagens nahe bei Brennbüchl am 9. Aug. seinen Tod. Am 16. Aug. erfolgte die Beisetzung der königlichen Leiche zu Dresden. Fell erhöhte die Gesamtreibung zwischen Lokomotive und Schienen, indem er zwischen vier gewöhnlichen Lokomotivrädern noch vier wagerechte Triebräder mit lotrechten Achsen und zwischen den beiden Fahrschienen noch eine Mittelschiene anbrachte, gegen welche jene wagerechten Räder mit Hilfe von Preßvorrichtungen gedrückt wurden. Eine solche Bahn vermittelte den Verkehr über den Mont Cenis, als die Anschlußbahnen des bekannten Tunnels vollendet waren, der Tunnel selbst aber noch nicht. Auf Strecken der neuseeländischen Bahn von Wellington nach Woodville ist bei 66 pro Mille Steigung das System Fell im Betrieb. Bei den Zahnradbahnen befindet sich in der Mitte zwischen den Schienen, auf welchen die Wagenräder laufen, eine Zahnstange, in deren Zähne ein auf der Triebachse der Lokomotive sitzendes Zahnrad eingreift. […] Mehr lesen >>>


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